Bei einer technischen Trocknung laufen Entfeuchter, Ventilatoren oder weitere Geräte häufig über viele Stunden. Eigentümer und Mieter möchten deshalb wissen, wie hoch der Stromverbrauch ist, wie sich die Kosten überschlagen lassen und welche Angaben für eine spätere Zuordnung benötigt werden.
Die Grundrechnung ist einfach: Geräteleistung in Kilowatt multipliziert mit den Betriebsstunden ergibt den theoretischen Stromverbrauch in Kilowattstunden. In der Praxis schalten manche Geräte abhängig von Feuchte, Temperatur und Betriebsart zeitweise ab oder verändern ihre Leistung. Ein geeigneter Zwischenzähler liefert dann meist die bessere Grundlage als eine reine Hochrechnung.
Stromkosten der Bautrocknung berechnen
Tragen Sie die Gesamtleistung Ihrer Geräte, die tägliche Laufzeit und Ihren eigenen Strompreis ein. Der Rechner zeigt den rechnerischen Verbrauch und die dazugehörigen Stromkosten.
Beispiel: 1.000 W × 24 Stunden × 7 Tage ergeben 168 kWh. Bei einem Beispielpreis von 0,35 €/kWh sind das 58,80 €.
Rechnerischer Verbrauch: 168 kWh
Rechnerische Stromkosten: 58,80 €
1 kW × 24 Stunden/Tag × 7 Tage × 0,35 €/kWh
Werte geändert. Bitte die Kosten neu berechnen.
Die Rechnung nimmt an, dass die Geräte während der angegebenen Laufzeit konstant die eingetragene Leistung aufnehmen. Hygrostat, Betriebsbedingungen und Gerätesteuerung können den tatsächlichen Verbrauch verändern. Maßgeblich ist die gemessene Energie am Stromzähler. Mietkosten und gegebenenfalls zusätzliche Grundkosten Ihres Stromtarifs sind nicht enthalten.
Zur Orientierung: KT553 bis zu 900 W, RL550 100 W und ein kleiner Heizlüfter 2.000 W. Prüfen Sie die Leistungsangabe am jeweiligen Gerät. Wenn Geräte unterschiedlich lange laufen, berechnen Sie sie einzeln und addieren die Ergebnisse.
Die grundlegende Formel
Geräteleistung in kW × Betriebsstunden = Stromverbrauch in kWh
Steht die Leistung auf dem Typenschild in Watt, wird sie zuerst durch 1.000 geteilt:
Leistung in Watt ÷ 1.000 = Leistung in Kilowatt
Beispiel: Ein Gerät mit einer angegebenen Leistungsaufnahme von 700 Watt entspricht 0,7 Kilowatt. Läuft es rechnerisch 24 Stunden mit dieser Leistung, ergibt sich:
0,7 kW × 24 h = 16,8 kWh
Für sieben volle Tage wären es theoretisch:
0,7 kW × 168 h = 117,6 kWh
Diese Beispielrechnung erklärt nur das Verfahren. Sie ist keine Prognose für ein konkretes Gerät. Tatsächlicher Verbrauch und Laufzeit hängen von Gerät, Betriebszustand, Raumklima, Trocknungsaufgabe und Einstellungen ab.
Stromkosten überschlägig berechnen
Sind Verbrauch und Arbeitspreis bekannt, lässt sich eine Kostenschätzung bilden:
Stromverbrauch in kWh × Preis je kWh = Stromkosten
Bei 117,6 kWh und einem beispielhaften Arbeitspreis von 0,35 Euro je kWh ergäbe die reine Multiplikation 41,16 Euro. Verwenden Sie für eine reale Abrechnung nicht diesen Beispielpreis, sondern den tatsächlich relevanten Tarif und die abgestimmte Berechnungsweise.
Grundpreise, zeitabhängige Tarife, Allgemeinstrom oder besondere Vertragsbestandteile können die Zuordnung beeinflussen. Bei mehreren Geräten sollte jedes Gerät beziehungsweise jede Messstelle getrennt erfasst werden.
Nennleistung ist nicht immer tatsächlicher Verbrauch
Die Angabe auf dem Typenschild beschreibt je nach Gerät eine Nenn- oder maximale Leistungsaufnahme. Ein Kondensationstrockner kann über Thermostat, Hygrostat oder interne Steuerung takten. Ventilatoren laufen möglicherweise dauerhaft, während ein Verdichter zeitweise abschaltet. Auch Abtauphasen und Temperatur beeinflussen den Betrieb.
Deshalb sind drei Werte auseinanderzuhalten:
- Nennleistung: technische Angabe des Geräts, meist in Watt oder Kilowatt
- Betriebszeit: Zeitraum, in dem das Gerät angeschlossen beziehungsweise eingeschaltet war
- gemessener Energieverbrauch: tatsächlich durch den Zähler erfasste Kilowattstunden
Die Multiplikation aus Nennleistung und Zeit ist eine nachvollziehbare Ober- beziehungsweise Orientierungsrechnung, aber nicht immer identisch mit dem Zählerwert.
Zwischenzähler richtig einsetzen
Ein Steckdosen-Zwischenzähler misst die Energie, die ein angeschlossenes Gerät verbraucht. Für größere Geräte, mehrere Verbraucher oder besondere Anschlüsse sind entsprechend geeignete Messlösungen erforderlich. Zähler und Steckverbindung müssen für Spannung, Stromstärke, Leistung und Einsatzumgebung zugelassen sein.
Vor Beginn werden sinnvollerweise folgende Angaben fotografiert und notiert:
- Gerätenummer oder eindeutige Gerätebezeichnung
- Raum und Steckdose
- Zählernummer
- Startdatum und Startuhrzeit
- Anfangszählerstand
- Typenschild des Trocknungsgeräts
Beim Abschluss werden Enddatum, Enduhrzeit und Endstand ergänzt. Die Differenz zwischen End- und Anfangsstand ergibt den gemessenen Verbrauch. Wurde der Zähler zwischendurch zurückgesetzt, umgesetzt oder vom Strom getrennt, gehört dieses Ereignis mit Datum in das Protokoll.
Mehrere Geräte getrennt dokumentieren
Bei einer Bautrocknung können Entfeuchter und Ventilator gemeinsam eingesetzt werden. Werden beide über denselben geeigneten Zähler versorgt, zeigt dieser den Gesamtverbrauch der angeschlossenen Verbraucher. Für eine gerätebezogene Auswertung ist eine getrennte Messung übersichtlicher.
Eine einfache Tabelle kann so aufgebaut sein:
- Geräte-ID
- Gerätetyp
- Aufstellraum
- Zähler-ID
- Startdatum und Startstand
- Kontrolltermin und Zwischenstand
- Enddatum und Endstand
- Verbrauch in kWh
- Bemerkungen zu Unterbrechung oder Gerätewechsel
Dateinamen von Fotos sollten dieselben IDs verwenden. Dadurch ist später erkennbar, welcher Zähler zu welchem Gerät und Raum gehörte.
Stromverbrauch ohne Zwischenzähler ermitteln
Fehlt eine direkte Messung, kann der Verbrauch anhand von Leistung und dokumentierter Laufzeit überschlagen werden. Dafür sind ein lesbares Foto des Typenschilds sowie genaue Start- und Endzeiten notwendig.
Beispiel mit zwei Geräten:
- Entfeuchter: 0,65 kW × 120 Stunden = 78 kWh
- Ventilator: 0,18 kW × 120 Stunden = 21,6 kWh
- rechnerischer Gesamtverbrauch: 99,6 kWh
Wenn der Entfeuchter im Zeitraum getaktet hat, kann der tatsächliche Wert niedriger liegen. Ohne Messung lässt sich dieser Unterschied nicht exakt rekonstruieren. Kennzeichnen Sie das Ergebnis daher als Berechnung und nicht als gemessenen Verbrauch.
Betriebsunterbrechungen nachvollziehbar festhalten
Ein Gerät kann durch Stromausfall, ausgelöste Sicherung, Umstellung oder versehentliches Abschalten unterbrochen werden. Das beeinflusst Verbrauch und möglicherweise den Trocknungsverlauf. Notieren Sie:
- Beginn und Ende der bekannten Unterbrechung
- betroffenes Gerät
- vermutete oder bestätigte Ursache
- Zählerstand vor und nach der Unterbrechung
- vorgenommene Maßnahme
- Information an den zuständigen Ansprechpartner
Manipulieren Sie Sicherungen, beschädigte Leitungen oder feuchte Elektroanschlüsse nicht selbst. Bei elektrischen Auffälligkeiten ist eine Elektrofachkraft einzubeziehen. Trocknungsgeräte sollten nur entsprechend der vereinbarten Aufstellung und Bedienhinweise betrieben werden.
Was beeinflusst den Verbrauch?
Gerätegröße und Verfahren
Leistungsfähigere Geräte benötigen nicht zwingend in jedem Fall insgesamt mehr Energie. Ein zu kleines Gerät kann sehr lange laufen, ein passend dimensioniertes Gerät eine Aufgabe effizienter bearbeiten. Die Auswahl richtet sich nach Volumen, Temperatur, Material, Feuchteumfang und Trocknungsziel.
Temperatur und Raumklima
Kondensationstrockner arbeiten in bestimmten Temperaturbereichen unterschiedlich. Sehr niedrige Temperaturen können die Leistung reduzieren. Heizung und Luftbewegung beeinflussen den Prozess, verursachen aber gegebenenfalls zusätzlichen Energieeinsatz.
Feuchtemenge und Bauteilaufbau
Oberflächliche Baufeuchte verhält sich anders als Feuchtigkeit in dicken oder verdeckten Schichten. Dichte Oberflächen und geringe Luftwege können die notwendige Dauer beeinflussen.
Luftwechsel
Ungeplantes Dauerlüften kann bei bestimmten Verfahren die Trocknung stören, weil immer neue feuchte Außenluft eintritt. In anderen Situationen ist gezielter Luftwechsel Bestandteil des Konzepts. Fenster und Türen sollten deshalb nach der abgestimmten Vorgabe behandelt werden.
Wartung und Aufstellung
Verschmutzte Filter, blockierte Luftwege oder ein voller Behälter können den Betrieb beeinträchtigen. Geräte mit Kondensatpumpe oder Schlauch benötigen eine sichere Ableitung. Kontrollen gehören zum vereinbarten Ablauf.
Verbrauch und Trocknungserfolg sind nicht dasselbe
Ein hoher Stromverbrauch beweist nicht, dass ein Bauteil trocken ist. Umgekehrt darf ein Gerät nicht allein deshalb früh abgeschaltet werden, weil bereits viele Kilowattstunden angefallen sind. Entscheidend sind dokumentierte Verlaufsmessungen, Konstruktion und das festgelegte Trocknungsziel.
Wie lange Geräte eingesetzt werden, erläutert der Beitrag Dauer einer Bautrocknung nach Wasserschaden. Einen Überblick über die Leistung bietet die Seite Bautrocknung in Hersbruck und im Nürnberger Land.
Dokumentation für Versicherung und Auftraggeber
Ob und in welchem Umfang Energiekosten übernommen werden, hängt vom Schadenfall, Vertrag, Versicherer und der Abstimmung der Beteiligten ab. Eine Erstattung darf nicht vorausgesetzt oder versprochen werden. Eine vollständige Dokumentation schafft jedoch eine bessere Grundlage für die Prüfung.
Hilfreich sind:
- Auftrag beziehungsweise Schadenbezug
- Gerätebezeichnung und Serien- oder Inventarnummer
- Typenschild mit Leistungsangabe
- Aufstellort und Zeitraum
- Zählernummer, Anfangs- und Endstand
- Fotos der Zählerstände
- gemessener oder klar gekennzeichneter berechneter Verbrauch
- verwendeter Strompreis beziehungsweise Stromnachweis
- Gerätewechsel und Unterbrechungen
- Ansprechpartner für Rückfragen
Bewahren Sie Stromabrechnung und Trocknungsprotokoll getrennt, aber eindeutig zugeordnet auf. Bei Allgemeinstrom in einem Mehrfamilienhaus sollte die Hausverwaltung die interne Zuordnung vorab klären.
Häufige Rechenfehler
Watt direkt mit Stunden multiplizieren
Wattstunden müssen für Kilowattstunden durch 1.000 geteilt werden. Einfacher ist es, die Leistung vorab von Watt in Kilowatt umzuwandeln.
24 Stunden mit 24 Tagen verwechseln
Ein Tag hat 24 Stunden. Sieben Tage entsprechen 168 Stunden. Start- und Endzeit sollten genau dokumentiert werden.
Alle Geräte mit nur einer Leistung berechnen
Entfeuchter, Ventilatoren und Zusatzgeräte besitzen unterschiedliche Leistungen. Jedes Gerät wird separat erfasst und anschließend summiert.
Zählerstand statt Differenz als Verbrauch verwenden
Der Verbrauch ist Endstand minus Anfangsstand. Wurde ein bereits genutzter Zähler eingesetzt, ist der Startstand besonders wichtig.
Beispielpreis als eigenen Tarif übernehmen
Der Arbeitspreis steht im individuellen Stromvertrag beziehungsweise auf der Abrechnung. Verwenden Sie keine pauschale Internetangabe für eine tatsächliche Forderung.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein Bautrockner pro Tag?
Das hängt von Leistungsaufnahme und tatsächlichem Betriebsverhalten ab. Ein Gerät mit 0,7 kW würde bei durchgehend voller Leistung rechnerisch 16,8 kWh in 24 Stunden benötigen. Ein Zwischenzähler zeigt den realen Wert.
Wo finde ich die Leistungsaufnahme?
Meist auf dem Typenschild oder in den technischen Unterlagen. Achten Sie darauf, ob Watt, Kilowatt, Nennstrom oder mehrere Betriebsstufen angegeben sind.
Kann ich einen normalen Steckdosenmesser verwenden?
Nur wenn das Messgerät für Anschluss, Leistungsaufnahme und Einsatzumgebung geeignet ist. Bei Unsicherheit oder besonderen Anschlüssen muss eine geeignete Fachlösung verwendet werden.
Wer zahlt den Strom nach einem Wasserschaden?
Das lässt sich nicht allgemein beantworten. Zuständigkeit und Erstattung hängen vom Einzelfall und den vertraglichen Regelungen ab. Reichen Sie nachvollziehbare Unterlagen beim zuständigen Ansprechpartner ein.
Soll ich den Trockner nachts ausschalten?
Nicht eigenmächtig. Unterbrechungen können den Trocknungsplan verlängern oder Messverläufe verändern. Halten Sie sich an die abgestimmte Betriebsweise und melden Sie Lärm- oder Sicherheitsprobleme.
Wie dokumentiere ich einen Gerätewechsel?
Notieren und fotografieren Sie Endstand des alten Zählers, Zeitpunkt, alte Geräte-ID sowie Anfangsstand und ID des neuen Geräts. So bleiben beide Verbrauchsabschnitte getrennt nachvollziehbar.
Trocknung und Energieeinsatz gemeinsam dokumentieren
Sie benötigen technische Trocknung nach einem Wasserschaden oder möchten einen bestehenden Geräteeinsatz nachvollziehbar erfassen? Trobutec stimmt Aufstellung, Kontrollen und Dokumentation für das konkrete Objekt im vereinbarten Umfang ab.
Trocknungsanfrage über das Kontaktformular senden oder unter 0173 / 321 36 27 anrufen.